Eleonoren-Gymnasium
Worms

Ein Seminar voller Mord, Macht, Magie: Macbeth

Nicht auf Dunsinane (Shakespeares Schauplatz), sondern auf der Starkenburg traf sich die Theater-AG diesmal.

Die Burg ist in der Tat sehr mittelalterlich, der Probenraum im 10. Stock des Turmes muss zu Fuß erklommen werden (da muss kaum noch jemand zur Toilette) und das Wetter stimmt: heftigstes Gewitter mit Sturm und Blitz! Aber der harte Kern der Truppe lässt sich durch gar nichts beirren, auch nicht durch die Lektionen in Sachen Sprachverwirrung, die der Herbergsvater uns und besonders unserer netten französischen Austausch Schülerin Anna zu Teil werden lässt: Was heißt eigentlich „Anna“ auf Französisch (???) und er hat auch Spiele für uns: „Bewegungsspiele – movement“ – und „die schönsten hessischen Worte sind Aschebeschä und Mesäschteschä.“ Genau, das passt!!!

Jetzt aber zur Sache: Nach einigen Erinnerungsübungen an das Stück – schließlich waren die Ferien lang – wird der ganze Text noch einmal überarbeitet, denn die Zuschauer sollen schließlich verstehen, um was es geht. Wie schwierig und tiefsinnig das Stück ist, das stellt sich erst heraus, wenn man ins Detail geht: Die Akteure erstellen Rollenbiographien und beschreiben, warum sie so geworden sind, wie sie sind: Anna (sie hat den Part einer Hexe übernommen) verblüfft uns und meint, sie höre seit ihrer Kindheit Stimmen und niemand verstehe sie, darum habe sie Vater und Mutter verlassen und sei in die Natur hinaus gegangen, dort habe sie zwei andere getroffen, von denen die eine Rachegedanken gehabt habe und die andere habe nur spielen wollen! Das passt!!!

Ja, spielen wollten wir natürlich alle, haben wir auch: zunächst das Stück, abends Karten und ein französisches Kozentrationsspiel – und Impro-Theater… und Bewegungstheater („movement“) und die Fortsetzung von „die U-Bahn steckt im Tunnel fest“, denn nach diesem traumatischen Ereignis brauchten die Fahrgäste einen Psychiater (Anne); Martin aus dem Osten mag seine Frau nicht mehr, die hat den Eindruck, dass sich ihr Mann in eine andere (Elena) verliebt hat, doch diese andere hat ja nur Trost gesucht, weil sie sich vor Nicolai (Theo) fürchtet; der hat nämlich versucht, die U-Bahn wieder in Gang zu bringen, weil der eigentliche Schaffner (Peter) einfach ausgestiegen war… Ach, der Peter… eigentlich ist er ja weg, weil er sein Abi hat, aber nun ist er doch wieder dabei! Das passt!!!

Das ganze Seminar hat gepasst, sogar der/die Schlafra/ä/um/e und die eine Dusche. Halt! Da wäre dann doch noch eine Geschichte zu erzählen:

Wie Ihr ja wisst, GLAUX zeigt oft bei den Stücken Bilder. Diesmal wollen wir keine Konserven aus dem Internet, sondern `was Eigenes – darum die Burg, schließlich sollte es authentisch werden. Das Stück ist schon wirklich blutig und viele lassen ihr Leben – auch die Lady, sie springt vom Turm. Nein, keine Sorge, so authentisch haben wir die Fotos dann doch nicht gemacht. Wir verkleideten unsere Lady (Elena), verrenkten ihr die Glieder, sie zerbiss eine Blutkapsel und so lag sie dann am Fuße des hohen Turmes und die Fotos wurden gemacht. Da näherten sich unsere Mitbewohner (lauter 4. Klassen aus Hessen) und mir wurde ganz flau, weil die Lady, blutverschmiert und mit starrem Blick schon recht „tot“ aussah und ich dachte, die jungen Herrschaften würden bei diesem Anblick… tja, also… ihre Lehrer, den Notarzt, die Polizei… irgendwen… rufen. Nein, sie betrachteten sich die Lady, umrundeten sie, einer meinte, „ist die da runter gesprungen?“ und er zeigte auf den Turm; ein anderer stellte fest: „Die blutet ganz schön!“ Keiner schrie – nix Panik! Irgendwann musste sich Elena wieder bewegen, dann entdeckten die jungen Herrschaften auch die Kamera und sie meinten: „Ach so, die machen Bilder!“ Das passt nicht!!! Unsere Bilder sollen aufrütteln, verwirren, schockieren, jedenfalls mehr als „ach so“ erwarten wir schon von den Zuschauern! Aber wir haben uns schnell damit getröstet, dass die jungen Hessen wohl nicht zu unserem Auditorium zählen (das wäre schwierig geworden), nein, EUCH wollen wir aufrütteln, verwirren, schockieren, IHR, die rheinhessischen ELO-Leute seid herzlich zu unserem Stück eingeladen!

Wann genau, das erfahrt ihr noch – nach dem schriftlichen Abi im Januar – diesmal wird es auf jeden Fall blutrünstig und vor allem: magisch!

 

Es grüßt Euch

 

GLAUX, die Theater-AG!

 

Zu den Probenfotos

 

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