Eleonoren-Gymnasium
Worms

Erstes Wochenende

 

Der erste Tag in China begann im Flieger. Als wir in Shanghai ankamen, war es gegen Mittag. Nach der Gepäckrückgabe und der Passkontrolle fuhren wir mit einem Bus zum Jin Cai International High School Department. Dort warteten auch schon unsere Austauschpartner. Nachdem einzelne Gesichter erkannt wurden, andere zugeteilt wurden ging es mit den jeweiligen Partnern los. Mein Austauschpartner war mit zwei seiner Freunde gekommen. Sie hatten auch schon gleich für den ersten Tag ein kleines Programm zurechtgelegt. Erst kauften wir etwas Sushi in einem Supermarkt. Ich probierte zum ersten Mal in meinem Leben Sushi. Es schmeckte eigentlich sehr lecker. Dann gingen wir in ein großes Kaufhaus, welches sie mir auch unbedingt zeigen wollten .Scheinbar dachten sie, solche Kaufhäuser würde ich nicht kennen. Doch es war trotzdem sehr nett. Alle drei Schüler waren äußerst sympathisch und zuvorkommend. Wir unterhielten uns ständig größtenteils in Englisch. Da diese Fremdsprache auch für sie am angenehmsten war. Gelegentlich konnte man sich aber bei Vokabularfragen auch mit Deutsch aushelfen. Nachdem wir letztendlich auch im oberen Stockwerk der Elektronikabteilung angelangt waren, fuhren wir mit dem Aufzug nach unten und winkten ein Taxi heran. Einer der Chinesen sagte ihm seine Adresse auf Chinesisch und dann ging es los. Der Verkehr in China ist sehr stark. Konkrete Regeln für den Verkehr gibt es hier nicht, es fährt immer der, der am frühesten und geschicktesten fährt. Angekommen am Ziel zahlte einer der Freunde das Taxi; in China sind Taxis sehr billig, eine Fahrt kostet im Regelfall zwischen 1€ und 2€. Nun gingen wir erst in das Haus eines Freundes meines Austauschpartners. Dort aßen wir zu Abend. Es gab eine große Auswahl an verschiedenen Gerichten. Das Essen wurde mit Stäbchen von den Tellern in die eigene Schüssel gelegt. Dort aß man es entweder normal oder vermengt mit Reis. Nach diesem ausgiebigen Mahl, machte mir mein Austauschpartner das Zeichen, dass wir nun gehen müssen. Also gingen wir aus der Wohnungsanlage zur Straße und fuhren mit einem Taxi zu der Wohnung meines Austauschpartners. Dort angekommen passierten wir den Eingang und fuhren in den 19. Stock hinauf. Dort wurde schon von den Eltern die Türe aufgehalte, diese begrüßten und sehr herzlich. Erstmals legte ich dort meine kompletten Sachen ab. Anschließend saßen wir alle am Essenstisch und unterhielten uns über den Austausch. Ich erfuhr, dass die Mutter schon einmal in Deutschland zu Besuch gewesen war und gerne wieder dorthin fahren würde, aber es sehr teuer sei. Nach ungefähr einer Stunde machte ich mich in Richtung Bett auf; ich schlief mit meinem Austauschpartner in einem Stockbett. Als ich mich hinlegte, war das erst was mir auffiel, die äußerst hart ausfallende Matratze. Aber trotzdem konnte ich sehr gut schlafen und wurde in der Früh mit einem sehr ausgiebigen Frühstück geweckt. Es gab neben Krabbenpfannkuchen verschiedene Fleisch- und Nudelsorten. Dann packte ich meinen Rucksack und machten uns auf den Weg. Wir gingen auf die Straße zu einer Bushaltestelle, dann fuhren wir in einem der überfüllten Busse zur internationalen Abteilung. Dort angekommen wurden wir von den Lehrern in Empfang genommen.

 

Zweites Wochenende

 

Am Samstagmorgen nachdem ich aufgewacht war ging ich mit meinem Austauschschüler als erstes Frühstücken. Wir gingen in ein typisches chinesisches Frühstücksrestaurant am Rand einer Straße. Es war sehr klein und zur Straße hin offen. Man konnte sich aussuchen was man Essen will, und so entschieden wir uns für Bauze und chinesische Nudeln. Nach dem ausgiebigen aber sehr heißen Essen machten wir uns auf dem Weg zum Century Park; ein großer in der Stadt gelegener grüner Park mit einem großen See in seiner Mitte. Dort mieteten wir uns nachdem wir ein bisschen rumgelaufen waren Fahrräder. Mit diesen fuhren wir dann in einem Großteil des Parks umher. Dort machten wir einige Fotos von dem großen See und einigen chinesischen Skulpturen. Nach diesem sehr ruhigen Spaziergang machten wir uns, nachdem wir die Fahrräder zurückgebracht hatten auf dem Weg zum Science Center Shanghai. Dies ist ein sehr großes in der Mitte von Shanghai gelegenes Museum über alle größeren Naturwissenschaften. Nachdem wir dort eine sehr interessante Abteilung über Biologie durchquert hatten, begaben wir uns in den Bereich der Physik und Mathematik. Dort gab es sehr viele sehr interessante Versuche, die wir natürlich freudig ausprobierten. Nach dem lehrreichen Museumsbesuch machten wir uns wieder auf den Weg nach Hause, schließlich war es jetzt schon gegen Abend. Bei ihm zu Hause mit dem Taxi angekommen, gab es dann auch gleich ein leckeres Abendessen, was wiedermals sehr großzügig ausfiel. Es gab Peking Ente und viele weitere verschiedene chinesisch-typische Gerichte. Nach dem Essen machte uns der Vater meines Gastschülers noch einigen Tee und wir er begann mir die Sonderheit des chinesischen Schachspielens beizubringen. Nach zwei Runden Schach gegen seinen Vater und gegen ihn selbst war es dann schon so spät, dass wir uns ins Bett begeben sollten. Denn am nächsten morgen machten wir uns nach Hangzhou auf. Am nächsten morgen standen wir recht früh auf und waren auch einer der ersten die dann an der Internationalen Abteilung ankamen. Dort warteten wir dann auf die restlichen Schüler und vor allem die Lehrer. Als diese ankamen warteten wir auch nicht mehr all zulange auf den Bus. Mit diesem fuhren wir dann einige Stunden bis nach Hangzhou. Dort angekommen betrachteten wir erstmals den schönen großen Westsee zu welchem wir Tage davor auch Lieder gesungen haben. Nach einer schönen Schifffahrt spielte ich auch noch eine Rolle als Apotheker am Ufer des Westsees in dem kleinen Theaterspiel von uns. Anschließend fuhren wir wieder mit dem Bus zurück zur Internationalen Abteilung, von welcher wir zu unseren Gastfamilien gebracht wurden. Dort fiel ich sehr müde ins Bett. Nachdem ich am Montag aufgestanden war, ging ich nach einem sehr ausgiebigen Frühstück mit meinem Austauschpartner zu dem Super Brand Mall; einem großen Kaufhaus in welchem neben verschiedenen Modeläden, einem McDonald und anderen Fastfood Restaurants auch eine Karaoke-Bar namens Haoledi existierte. Dort verbrachten wir den restlichen Nachmittag mit singen in einer netten Atmosphäre. Was ich dabei sehr interessant fand, war dass der Großteil aller Chinesen scheinbar sehr interessiert in Karaoke sind. Anschließend gingen wir Essen in einem Restaurant, wo wir Sandwiches bestellten, und am Ende etliche Gerichte zu viel kamen. Da mein Chinese noch sehr viele Hausaufgaben zu tun hatte, mussten wir relativ früh zurück nach Hause. Bis ich wieder zurück in die Internationale Abteilung gebracht wurde, ging ich wieder mit meinem Austauschpartner zu ihm nach Hause und während er seiner Schularbeit nachging beschäftigte ich mich ein wenig mit chinesischer Kalligraphie. Dafür hatte er mir Pinsel und Farbe gegeben. Meine ersten Ergebnisse sahen leider sehr bescheiden aus. Chinesische Kalligraphie ist wirklich eine Kunst für sich. Nachdem ich meine Sachen gepackt hatte, verabschiedeten sich meine Gastfamilie sehr herzlich bei mir und lud mich ein, falls ich nochmal in Schanghai sein solle, sie zu Besuchen. Ich bedankte mich recht herzlich und mein Austauschpartner brachte mich noch mit einem Taxi zur Internationalen Abteilung. Dort verabschiedeten wir uns, und ich ging zu meinen bekannten deutschen Schülern zurück in mein Zimmer.

 

von Simon Prantl

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