Als wir am Samstag in der internationalen Abteilung der Jin Cai Schule ankamen, warteten bereits unsere Austauschpartner, die mindestens genauso aufgeregt waren wie wir. Nachdem wir unser Gepäck schon in die Zimmer gebracht hatten, gingen wir mit immer noch einigen Taschen bepackt zu unseren Familien. Nach ungefähr einer Stunde Fahrt waren wir bei Lin - so sollte ich meine Partnerin nennen - zuhause angekommen. Die Familie wohnte in einer Anlage, in der alle Häuser gleich aussahen und sogar Pförtner darauf achten, wer alles in den Bereich fährt. Nach einer kleinen Besichtigung der Wohnanlage, gingen wir essen.
Ich fand das Essen zwar richtig lecker, allerdings hatte ich etwas Probleme mit den Essstäbchen und den Essgewohnheiten der Chinesen. Man bestellte sich eine Suppe und Zutaten und legte das was man essen wollte in die Suppe. Dann nahm man es heraus und tunkte es in Soja-Soße und aß es dann.
Weil ich noch so müde von dem langen Flug war, fuhren wir direkt nach dem Essen nach Hause.
Am nächsten Morgen gab es zum Frühstück Frühlingsrollen, Baozi (chinesische Maultaschen) und Sojamilch.
Danach packte ich meine Sachen und wir fuhren mit dem Auto in die Stadt, um dort noch Feng Lu und Emily zu treffen.
Zu viert gingen wir dann shoppen und danach zum Century Park. Dort mieteten wir uns ein Fahrrad für vier Personen und fuhren durch die Gegend. Der Park war riesig. Nach einer Stunde Fahrrad fahren, liefen wir in zu der "Jahrmarkt-Abteilung" und fuhren Achterbahn und Auto-Scooter. Der Tag ging schnell vorbei und als es dämmerte, fuhren wir zu Feng Lu nach Hause zurück, um noch etwas zu essen, bevor wir zurück in die internationale Abteilung gebracht wurden. Bei der Zubereitung der Jiaozi durften wir auch mithelfen.
Zurück in der internationalen Abteilung erzählten wir alle unsere ersten Erlebnisse bis wir uns in unsere Zimmer verkrochen.
Eine Woche später wurden wir wieder von unseren Austauschpartnern abgeholt. Da Lin an diesem Wochenende keine Zeit hatte, weil ein Totengedenktag war und sie alleine mit ihrer Familie sein wollte, lernte ich nun Nicole kennen. Wie Lin wohnte sie auch weit weg von der Schule. Angekommen in der Wohnung gab es zuerst Abendessen. Leider konnten Nicoles Eltern weder Englisch noch Deutsch sprechen, daher musste mir Nicole alles übersetzen.
Am nächsten Tag fuhren wir ans Meer, das von Nicoles Zuhause gar nicht mehr so weit entfernt war. Trotz des schlechten Wetters gingen wir am Strand spazieren. Es war ein tolles Gefühl das Meer in China zu sehen.
Am Nachmittag trafen wir uns mit Anne und deren Austauschpartner Michael in der Stadt zum Shoppen. Unsere Austauschpartner, die im Sommer bei uns waren, wollten auch kommen. Als wir uns sahen vielen wir uns sofort in die Arme. Wir hatten uns viel zu erzählen. Am Abend gingen wir alle zusammen Jiaozi und Frühlingsrollen essen.
Am Sonntag war ein gemeinsamer Ausflug nach Hangzhou geplant. Dort spielten wir einige Szenen aus der Legende der Grünen und der Weißen Schlange vor.
Montags war der Totengedenktag, den wir wieder gemeinsam mit unseren Partnern verbrachten und wir gingen wieder shoppen.