Flagge hissen und Kalligraphie - der erste Tag in der Jincai High-School
Am ersten Tag in dem Schülerwohnheim erwartete uns um 7:00 Uhr zum Wachwerden wunderbare Musik, die laut über die Gänge schallte. Chinesische Schlager und andere "Superhits" sorgten dafür, dass niemand im Bett liegen bleiben konnte.
Beim Frühstück fanden wir einige chinesische Spezialitäten vor, die bei jedem andere Reaktionen hervorriefen.
Nachdem alle mehr oder weniger satt waren, fuhren wir in den Hauptteil der Jincai Senior High-School. Dort wurden wir von ca. 2000 chinesischen Schülern und Schülerinnen auf dem Sportplatz empfangen, die (man glaubt es kaum) sich in Reih und Glied aufstellen konnten und die chinesische Flagge hissten.
Im Meeting-Room lernten wir den Direktor kennen, der sich mit uns über den Besuch der Chinesen unterhielt und die Videos von dem Konzert anschaute.
Wir ELO-Schüler waren von der Größe der Schule beeindruckt, als wir bei der Schulführung das Gelände erkundeten. Besonders neidisch waren wir auf das Schwimmbad, das mindestens 25m lang war. Was im Vergleich zum ELO-Schwimmbad, das maximal 1,17m tief ist, richtig luxuriös ist.
Um 11:30 Uhr gab es für uns Mittagessen in der Lehrerkantine, danach hatten wir Freizeit mit unseren Partnern, die uns ihre Zimmer zeigten und ihren Tagesablauf erklärten. Sie alle stehen täglich um 6.00 Uhr auf und müssen das Zimmer putzen. Auf die Sauberkeit der Zimmer gab es sogar Punkte.
Danach hatten wir Unterricht in Kalligraphie und chinesischer Kunst bei Herrn Zhang. Nach einer kleinen Einführung durften wir uns selbst mit Pinsel und Tinte bewaffnen und in die verwirrende und komplizierte Kunst der chinesischen Zeichen eintauchen. Nach geschlagenen 2einhalb Stunden waren wir aus der Welt der Künstler zurückgekehrt und hatten einige Kunstwerke mitgebracht, die teilweise aber dann doch im Mülleimer landeten, da die Künstler nicht wirklich von sich überzeugt waren.
Todmüde und halbverhungert warteten wir auf das Abendessen, das unsere Mägen wieder füllte.
Als ganz besonderes Ereignis hatte sich die Jincai Senior High-School für uns ausgedacht: einen Besuch in "ERA Shanghai Circus World". Die Show war
großartig. Die Artisten stellten waghalsige und wirklich gefährliche (nach deutschen(!) Sicherheitsvorkehrungen) Kunststücke dar.
Leicht besorgt um die Akrobaten, aber schwer beeindruckt von der Show verließen wir den Zirkus und machten uns gleich auf uns mit gymnastischen Übungen zu beschäftigen, nachdem Herr Fink uns versichert hatte, dass er
bereits wöchentlich mit seiner Frau am Kronenleuchter durchs Wohnzimmer schwingt.