Auch dieses Jahr haben sich Michael Wolf und Fred Lenz wieder bereit erklärt einen Austausch nach Reading in Verbindung mit einem Berufspraktikum für interessierte Schüler anzubieten. Ziel dieses Austausches war es, den Teilnehmern England und seine Sprache näher zu bringen.
Ganz anders als letztes Jahr setzte sich die Gruppe nicht nur aus einer Klassenstufe zusammen, sondern aus vier verschiedenen. Dadurch war ein erstes Kennenlernen bei den Vorbereitungstreffen nötig,bei der Gelegenheit auch gleich die Praktikumsplätze verteilt wurden.
Am Sonntag den 8. September ging es dann endlich los. Schwer bepackt und voller Vorfreude trafen wir uns am Frankfurter Flughafen. Nachdem alle Eltern verabschiedet waren und nach einigen Schwierigkeiten auch der Check- In gefunden war, gab es kein Zurück mehr.Bei der Ausweiskontrolle stellten wir fest, dass zwar erstaunlicherweise kein Ausweis vergessen worden war, jedoch die Gültigkeit eines Kinderausweises zu Problemen führte. Nach einigem Hin und Her war auch dieses Hindernis genommen und die letzten Zigaretten vor dem Flug konnten geraucht werden.
Nach der Landung brachte uns ein Bus nach Reading, wo bereits die Austauschpartner warteten. Alle Schüler wurden verteilt, die Koffer in die Autos geladen und die ersten Brocken Englisch gesprochen. Im neuen Zuhause angekommen, gab es nochmal einen herzlichen Empfang durch die Familienmitglieder und ein, entgegen allen Befürchtungen, gutes englisches Essen.
Gleich am nächsten Tag begannen die Praktika. Einige von uns waren in Grundschulen untergebracht, andere in Kindergärten oder in einem Bekleidungsgeschäft. Brav in weiße Blusen und schwarzen Hosen gekleidet machten wir uns auf den Weg zu unserem "Arbeitsplatz". Schnell hatten wir uns an das englische Bussystem und die langen Fußwege in englischem Nieselwetter gewöhnt. Nach einem kurzen Gespräch mit der Leiterin des Kindergartens, stellte man uns den Babies und den Kleinkindern vor, mit denen wir die nächsten fünf Tage verbringen sollten. Uns empfing ein angenehmes Arbeitsklima und auch die Kinder nahmen uns wohlwollend auf. Zwar waren wir nach einem 12- Stunden Tag (Hin- und Heimkommen eingeschlossen) oft geschafft, doch die gesammelten Erfahrungen ließen uns dies leicht vergessen.
Abwechslungsreich war auch die Abendgestaltung. Oft trafen sich einzelne Gruppen in dem Wohnzimmer einer Familie, was zum besseren Kennenlernen zwischen den deutschen und den englischen Partnern beitrug. Auch ein Besuch im Kino war geplant und wir waren überrascht, wie viel wir doch verstanden. An der Hitliste ganz oben standen natürlich die Pubbesuche. In Form einer richtigen Pub-Tour lernten wir das englisch Nachteben kennen und lieben. Ob Guinness, Cidre oder Cola, die Stimmung war gut und auch die Preise konnten nicht mehr schocken.
Oft und gerne verbrachten wir unsere Freizeit im Oracle, dem größten Einkaufszentrum Readings. Ob zum Shoppen, oder einfach nur zum Kaffeetrinken, als Ausgleich zum vielen Teetrinken (ohne Milch!), war es eine beliebte Anlaufstelle. Auch waren wir abends in Reading einmal essen und waren sehr erstaunt, als wir für eine normale Portion Spaghetti 10 Pfund (15 Euro) bezahlen mussten.
Nachdem der geplante Musicalbesuch am 11. September(!) leider ausfallen musste, holten wir den London-Ausflug ein paar Tage später nach. Herr Lenz und Herr Wolf boten eine kurze Führung an, die wir bereitwillig annahmen, um die üblichen Touristenfotos zu schießen. Die freie Zeit danach verbrachten einige von uns bei "All you can eat" im Pizza Hut, um danach gestärkt das restliche Geld im "Camden Market" beim Shoppen auszugeben. Besonders intensiv nutzten wir auch die Underground, das berühmte U-Bahn Netz Londons, denn gelaufen waren wir die Woche zuvor genug.
Viel zu schnell war die Zeit vergangen und wir mussten schon wieder ans Kofferpacken denken, was sich schnell als Problem herausstellte, denn wo sollte man die gekauften Sachen unterbringen? Nach Verabschiedung in der Schule, saßen wir wieder im Bus und hofften, nichts vergessen zu haben. Am Flughafen angekommen, nutzten wir das Sonderangebot eines Duty-Free-Ladens, um nun endgültig die letzten Pfund loszuwerden. Mit Gin Tonic und der Times bewaffnet, überstanden wir dann auch den Rückflug und als wir in Frankfurt vor dem Laufband auf unsere Koffer warteten, wussten wir: "Das war's!"
Ob der Austausch wirklich zur Verbesserung unserer Sprachkenntnisse beigetragen hat, muß wohl unser Englisch-Abitur bei Herrn Lenz beweisen. Aber sicher ist, allein für die gesammelten Erfahrungen hat sich der Austausch schon gelohnt.
Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns bei unseren zwei Leitwölfen bedanken, die wegen uns wohl auch einige Nerven lassen mussten und vielleicht auch das ein oder andere graue Haar mit zurück nach Deutschland gebracht haben. In diesem Sinne: "Mind the Gap!"