Moderator: „Willkommen bei einer neuen Folge von Herzblatt. Ich bin Pierre Geisensetter und das sind unsere heutigen zwei Kandidaten. Und jetzt bitte ich unsere Herzdame Lesbia zu uns. Stell dich mal unserem Publikum vor."Lesbia: „Ich bin Lesbia, von jedem begehrt. Alle Männer Roms liegen mir zu Füßen."Moderator: „Und nun bitte ich die Herren der Schöpfung sich vorzustellen."Catull: „Ich, Kandidat 1, bin ein Mann aus bescheidenen Verhältnissen, lebe nur für meine Gedichte und bin Vegetarier!"Remus: „Also, ich bin Kandidat 2 und wohne in der Urbs. Um mich mal näher zu beschreiben: Na ja, ich bin eher der romantische Typ. Ich liebe lange Spaziergänge am Strand, mag Stracciatella-Eis und mein Lieblingsgott ist Neptun, denn ich liebe das sanfte rauschen des Meeres. Ich bin von Beruf Steinmetz und bin zum 10. mal hintereinander zum Volkstribun ernannt worden. Außerdem habe ich bereits 9 meiner Sklaven die Freiheit geschenkt und ich bin einer der bekanntesten Passer-Züchter in Rom."Moderator: „Lasst die Spiele beginnen!"Lesbia: „Kandidat 2, wie würdest du mich trösten, wenn mein kleines geliebtes Vögelchen, mit dem ich so gerne spiele, ins Reich der Finsternis wandere?"
Remus: „Als erstes würde ich dir die hübschesten Blumen aus der gallischen Provinz pflücken. Dann würde ich dir den feinsten Sand aus dem entfernten Ägypten schenken. Wenn ich dies alles getan habe haue ich dir eine 3 Meter hohe Steinstatue deines Passers und stelle sie in deinen Garten auf."
// Moderator und Lesbia von Remus überzeugt, Lesbia sehr begeistert
Lesbia: „Du weißt, Kandidat 1, das ich mit meinem Vögelchen so gerne spiele. Was würdest du tun, wenn nun dieser mich für immer verließe?"
Catull: „Also, ich, der große Dichter, würde mich für vier Wochen in mein Kämmerchen zurückziehen und ein Gedicht über deinen selten dummen Vogel, der so was von nutzlos ist, schreiben und mich köstlich über seinen Tod amüsieren und dich dann mit meinen Gedichten endlich rumkriegen."
// Moderator schüttelt den Kopf, Lesbia kommen die Tränen
Lesbia: „ Wie würdest du mich in einer heißen Sommernachtausführen, Kandidat 1?"
Catull: „Ich würde dich zu mir nach Hause einladen, dir ein kühles Glas Wasser anbieten, einen Salat ohne Gewürze bereiten und dir dann von meinen unglaublich guten Gedichten vorlesen."
// Lesbia ist eingeschlafen. Moderator weckt sie auf
Lesbia: „Jetzt bin ich doch glatt eingeschlafen! Aber was würdest du machen, Kandidat 2, um mich bei Laune zu halten?"
Remus: „Ich würde unter dem funkelnden Sternenhimmel Arm in Arm mit dir durch den Wald zu dem Aphroditetempel spazieren. Dort würde ich dann dir zu liebe ein Schaf opfern. Danach würden wir ein Lagerfeuer machen und ich spiele dir eine Ode auf meiner Harfe."
// Moderator verfällt in stöhnen. Mimik und Gestik drücken Bewunderung aus
Moderator: „Ach, wie romantisch!"
// Lesbia springt auf und ruft
Lesbia: „Ich weiß genau wen ich will!"
// Catull springt jubelnd auf und ruft
Catull: „Nimm mich, nimm mich!"
// Moderator bremst alle
Moderator: „Beruhigt euch, es fehlt noch die letzte Frage! Also, wenn ich nun um diese bitten dürfte?"Lesbia: „Aber was würdest du machen, wenn du mich nachts in einer Seitengasse mit einem Nebenbuhler sehen würdest, Kandidat 2?"
Remus: „Ich würde dich aus den Fängen dieses Unholds befreien. Danach würde ich vor dir auf die Knie fallen und dir einen Heiratsantrag machen."
// Moderator rutscht vor Remus auf die Knie und ruft
Moderator: „Nimm mich!"
// Remus wehrt sich und drückt ihn mit seinen Füßen weg, Moderator richtet sich wieder auf und meint
Moderator: „Tut mir leid, ich bin einen kurzen Moment meiner Extase verfallen."Lesbia: „Und was würdest du tun, Kandidat 1, wenn du mich dort finden würdest?"
Catull: „Entweder würde ich mich in mein Verließ zurückziehen, mich gekränkt fühlen und ein Gedicht über mich Elenden schreiben. Oder vielleicht // drückt sich um die Antwort würde ich mich auch selbst anstellen."
// abweisende Reaktion von Remus, Lesbia schüttelt den Kopf
Moderator: „Nun, ich glaube wir haben genug gehört. Ich denke wir alle haben sehr aufschlussreiche Antworten bekommen. Nun bist du dran, Lesbia, dich zu entscheiden. Die Wahl fällt dir bestimmt sehr schwer!"
Lesbia: „Zuerst war ich nur auf Kandidat 1 fixiert…
// Remus ganz locker, Catull jubelt leise und freut sich
Moderator: „Wie kommst du nur darauf? Bist du dir da auch ganz sicher?"
Lesbia: „Aber jetzt hat sich das Blatt gewendet. Kandidat 2 ist mein Favorit."
// Remus noch immer nicht bewegt, Catull springt auf und rennt gedichtschreibend weg, Moderator klatscht
Ende

(Beifall, Moderator kommt herein)
Moderator: Herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Herzblatt. Auch heute verspricht es wieder, sehr unterhaltsam zu werden, denn die Kandidaten stehen sich in nichts nach. Und hier sind sie auch schon.
(Kandidaten kommen herein)
Dann stellt euch mal vor, Jungs! Kandidat 1: Salvete, Gaius Valerius Catullus ist mein Name, aber ihr könnt mich auch Catull nennen. Ich komme aus Verona, bin Dichter von Beruf und suche schon seit längerem mein Herzblatt. Kandidat 2: Hallo, ich bin der Marcus Secundus Remus und komme aus Rom. Ich habe es nicht nötig, einen Beruf zu erlernen, da ich einen sehr berühmten Vorfahr habe. In meiner Freizeit genieße ich das Leben in vollen Zügen.
Moderator: Sicherlich ist Ihnen aufgefallen, dass wir dieses Mal nur 2 Kandidaten haben, das liegt daran, dass unser dritter Kandidat aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig abgesagt hat. Nun kennen wir zwar die Kandidaten, wissen aber noch nicht, wer heute die Qual der Wahl hat. Und hier kommt unsere wunderbare Lesbia!!!
(Lesbia kommt herein) Lesbia: Hallo! Moderator: Dann stell’ mal bitte deine erste Frage. Lesbia: Ich mag Tiere, vor allem Vögel. Wie steht es mit dir, Kandidat 1? Kandidat 1: Eigentlich mag ich ja keine Tiere, aber ich würde gern dein Vogel sein. Lesbia: Und du, Kandidat 2? Kandidat 2: Da hast du mich genau das Richtige gefragt! Ich liebe Tiere über alles. Spendet alle für Aktion Sorgenrind!! Lesbia: Ich mag keine Menschen, die ständig in Selbstmitleid verfallen. Bist du solch eine Person, Kandidat 2? Kandidat 2: Natürlich nicht, ich bin ausgesprochen lebensfroh und habe höchstens Mitleid mit anderen. Lesbia: Und wie sieht es mit dir aus, Kandidat 1?Kandidat 1: Ich habe sehr viel Pech in der Liebe und im Leben und bin generell ein armer Schlucker. Da ist es ja kein Wunder, dass ich oft Selbstmitleid empfinde. Lesbia: Kandidat 2, wie würdest du Kandidat 1 beschreiben? Kandidat 2: Du wirst es bereuen, wenn du diesen Schlaffi auswählst. Er ist nicht gerade das, was man sich unter einem richtigen Mann vorstellt.Lesbia: Und wie sieht Kandidat 2 aus, Kandidat 1?Kandidat 1: Er sieht ziemlich vermögend aus, ansonsten wie ein normaler römischer Bürger.Moderator: Damit die Entscheidung für dich nicht ganz so schwierig wird, Lesbia, fasst Susi das Ganze noch einmal kurz zusammen.Susi: Wir wär’s mit Kandidat 1, dem armen Pechvogel, der durch sein unmännliches Aussehen oft in Selbstmitleid verfällt, oder Kandidat 2, dem reichen, lebensfrohen Tierliebhaber, der typisch römisch aussieht und nur mit anderen Mitleid hat?
So, liebe Lesbia, dann sind wir mal auf deine Entscheidung gespannt.Lesbia: Das ist eine äußerst schwierige Entscheidung, aber die Stimme von Kandidat 2 war mir einfach sympathischer.Moderator: Und hier erst mal Kandidat 1, der es heute leider nicht geschafft hat. (Kandidat 1 geht zu Lesbia und gibt ihr die Hand)
So, dann stellt euch mal an die Wand!(Lesbia und Kandidat 2 stellen sich an die Wand)
Und hier ist ihr Herzblatt!
(Wand geht weg, Lesbia und Kandidat 2 sehen sich, lächeln und umarmen sich)
Und wieder haben sich zwei gefunden. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
Bis zum nächsten Mal!
(Beifall)

Von:
Simon Straus
Karsten Flegel
Vanessa Bergmann