Erasmus + - Projekt am Elo – Auftakt in Rumänien 2022

Wie macht man aus einem T-Shirt eine Umhängetasche? Und wie geht man mit überhitzten Räumen um? Umweltverschmutzung, Klimawandel und Konsumgesellschaft - diese Themen stehen im Zentrum des aktuellen Erasmus+ - Projektes am Eleonoren-Gymnasium Worms mit dem Titel „No waste for a better fate“. Zusammen mit Partnerschulen aus Rumänien, Spanien, Estland, den Niederlanden und der Türkei arbeitet eine Gruppe von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern daran Wege zu einem nachhaltigeren Handeln zu finden, individuell und regional. Das Projekt wird von der EU finanziert.

Nach einigen virtuellen Vorbereitungstreffen trafen wir uns in der ersten Februarwoche zur ersten „echten“ Projektbegegnung in Râmnicu Vâlcea, einer rumänischen Stadt nördlich von Bukarest. In national gemischten Gruppen hinterfragten die Schülerinnen und Schüler ihr eigenes Konsumverhalten, übten sich in der Methode des Kritischen Denkens, suchten nach Lösungen Müll zu reduzieren oder durch Upcycling neu zu verwerten. Dabei fiel auf, dass der Fokus in den einzelnen Ländern durchaus unterschiedlich ist. Während es zum Beispiel in Deutschland immer angesagter wird, in Second-Hand-Shops einzukaufen, gilt das in Rumänien noch als Zeichen von Armut. Umgekehrt ist es bei uns oder in Estland vermutlich für viele wichtiger, ein möglichst aktuelles Handy zu haben. Eine gute Mülltrennung (sofern überhaupt existent) scheint für alle Länder noch eine ständige Herausforderung zu sein.

Neben der inhaltlichen Arbeit stand das Kennenlernen der verschiedenen Partnerländer und insbesondere unserer Gastgeber im Zentrum. Dies wurde dann auch „überprüft“, mit Evaluationsbögen, einem witzigen Kahoot-Quiz und einer Art Schnitzeljagd im Park. Ausflüge durch die Karpatenlandschaft nach Sibiu (Hermannstadt) sowie zum wunderschönen orthodoxen Kloster Horezu und einer Töpferei (beides Weltkulturerbe) rundeten den Besuch ab. Zum Abschluss ging es gemeinsam nach Bukarest, um den riesigen Palast zu besichtigen und ein Gefühl zu bekommen für eine spannende Stadt, in der neu und alt, frisch renoviert und verfallen, hohe Kunst und Street Art dicht nebeneinanderstehen. Die intensivsten Erfahrungen wurden aber sicher in den Gastfamilien und im Umgang der Jugendlichen untereinander gemacht, hier entstanden grenzüberschreitende Freundschaften – ein hoffnungsvoller Gegensatz zu den immer größer werdenden Auseinandersetzungen auf politischer Ebene.

Verena König und Nina Böhm